Tarifvertrag chemie entgelttabelle 2020 niedersachsen

Dieser Abwärtstrend ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Arbeitgeber die Arbeitgeberverbände verlassen oder alternativ in ihnen bleiben, ohne an die von ihnen unterzeichneten Vereinbarungen gebunden zu sein (sogenannte OT-Mitgliedschaft), sowie darauf, dass neue Unternehmen entstehen und bestehende verschwinden. (Neue Unternehmen sind seltener an Vereinbarungen auf Branchenebene gebunden als bestehende.) Der Rückgang der Berichterstattung scheint in Ostdeutschland gestoppt zu haben, wo er seit 2012 weitgehend stabil geblieben ist, aber er hat sich in Westdeutschland fortgesetzt, wo die Gesamtverhandlungsabdeckung 2018 um 4 Prozentpunkte niedriger war als 2012. [7] Eine gesonderte Studie des Statistischen Bundesamtes nutzte die Ergebnisse der Verdiensterhebung 2014, um zu berechnen, inwieweit Arbeitnehmer tariflich gebunden sind. Sie lieferte Ergebnisse, die den IAB-Zahlen ähnelten, wenn auch im Allgemeinen niedriger waren. Sie stellte fest, dass im Jahr 2014 46 % der Beschäftigten und 15 % der Arbeitsplätze an Tarifverträge gebunden waren. Wie bei den IAB-Zahlen zeigen sie, dass Vereinbarungen auf Branchenebene, die 41 % der Beschäftigten und 13 % der Arbeitsplätze abdecken, bei weitem die größte Abdeckung aufweisen. [2] Wer jedoch ein Studium absolviert hat, beginnt seine Karriere in der Regel mit einem Gehalt von 44.900 Euro, während ein Promovierter mit einem Einstiegsgehalt von rund 56.100 Euro rechnen kann. In Bezug auf die Unternehmensgröße, je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt. So verdienen Einsteiger in Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern durchschnittlich 42.600 Euro, in Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern sind es rund 51.700 Euro. Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen den einzelnen Branchen: Das beste Einstiegsgehalt erwartet Ingenieure in der Chemie- und Pharmaindustrie (durchschnittlich 51.200 Euro), Elektronik/Elektrotechnik und Fahrzeugbau (jeweils ca. 50.300 Euro). Die niedrigsten Gehälter werden dagegen in Ingenieur- und Planungsbüros (rund 40.200 Euro) und im Baugewerbe (durchschnittlich 41.500 Euro) verdient. Bereits 1993 haben die Tarifparteien in der ostdeutschen Metallindustrie eine “Härtefallklausel” eingeführt, die es Unternehmen mit immensen wirtschaftlichen Problemen ermöglicht, ihre Beschäftigten für einen begrenzten Zeitraum löhne und Gehälter unterhalb des im Tarifvertrag (DE9703205F) festgelegten Mindestlohns zu bezahlen.

Die Entscheidung, Härtefallklauseln in Anspruch zu nehmen, liegt bei den Sozialpartnern und muss vom Unternehmen in eine umfassende Sanierungsstrategie integriert werden.